Die siebensaitige Kithara, eine Vorgängerin
der heutigen Gitarre, galt schon in der Antike als Symbolträgerin
für Apollon, den Glänzer und Unheilabwehrer unter den
griechischen Gottheiten. Mit der Elektrifizierung der populären
Musik in der zweiten Hälfte des 20. Jhdts indes, erhielten
die geräuschvollen Dämonen der Kakophonie ungeheuren
Auftrieb. Doch selbst in unserer Ära des allgegenwärtigen
Lärms gibt es Künder der stillen Einkehr, deren Musik
geradezu heilbringende Qualitäten aufweist. Auch der gebürtige
Judenburger Wolfgang Muthspiel kann sich zu dieser raren Spezies
zählen. Wie sein vielgestaltiges, sublimes Ouevre beweist,
geht es ihm darum, seelische Vorgänge möglichst unverstellt
in spannende Musik zu transponieren. Dieses edle Vorhaben realisierte
dieser Könner auf dem Jazz Fest Wien 2008 zum wiederholten
Mann mit dem Oud-Virtuosen und Sänger Dhaffer Youssef, der
mit Alben wie „Electric Sufi“, „Digital Prophesy“
und „Divine Shadows“ seinerseits für internationale
Furore sorgte. So spielte er etwa mit Granden wie Marilyn Mazur,
Eivind Aarset und Doug Wimbish und veröffentlicht auf Bugge
Wesseltofts „Jazzland“-Label.
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