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Jazz Fest Wien: Mo 30.6.

Lila Downs | Kari Bremnes Halle E/Museumsquartier 19.30 Uhr

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Lila DownsLila Downs

Lila Downs

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So manches Leben ist dem Zufall geschuldet. Nicht aber jenes von Lila Downs. Ihren amerikanischen Vater (mit schottischen Wurzeln) zog es nach Yucatan, weil es dorthin alljährlich auch die Blauflügelente zieht. Er wollte einen Dokumentarfilm darüber drehen. Dann traf er aber in Mexiko-City die Mixteken-Indianerin Anita Sanchez, eine Sängerin. Die beiden verliebten sich ineinander, bekamen ein Kind und wurden so zu den Eltern der famosen Lila Downs. 1968 geboren, begann Lila ihre musikalische Reise mit Mariachi-Songs. Sie eignet sich ein großes musikalisches Wissen an. Zunächst in Oaxaca, später in Los Angeles und Minnesota. Neben klassischem Gesang studierte sie in den USA auch Anthropologie. Es folgt eine unstete Zeit. Wieder zurück in Oaxaca werkt sie im Autoersatzteilgeschäft ihrer Mutter, verkauft Schmuck bei Grateful-Dead-Konzerten, lernt Weben traditioneller Stoffe und macht nebenher ihre Diplomarbeit.
Endgültig auf die Seite der Musik schlägt sie sich Anfang der 90-er, als sie Paul Cohen kennen lernt, Jongleur, Clown, Musiker - auch er ein bunter Vogel. Die beiden, auch privat ein Paar, entwickeln eine ganz neue Melange aus indigenen indianischen Musikformen, mexikanischen Volksliedern, Tendenzen westlicher Musik und klassischem Gesang. Und den liefert sie auch gleich in einem halben Dutzend Sprachen: Mixtekisch, Maya, Zapotekisch und Nahuatl, neben Englisch und Spanisch. Ihre Texte werden von einem Schlüsselerlebnis geprägt: Sie übersetzt für Angehörige die Totenscheine jener Mexikaner, die ihr Heil in der Flucht über den großen Zaun nach Amerika suchten und dabei - oder in der Folge - ums Leben kamen. Das schärft ihren Blick für Emigrantenprobleme, die sie auch am eigenen Leib zu spüren bekommt; ihre Lieder sind entsprechend politisch.
Ihr Debütalbum „Sandunga“ spielt sie 1997 ein. Stimmlich enorm vielseitig, imponiert sie auch mit einem reichhaltigen Repertoire, dass neben den vielgestaltigen indigenen Musikformen auch amerikanische Lieder, etwa von Woody Guthrie umfasst. Dieser Ausdrucksreichtum brachte ihr auch eine Rolle als Sängerin im Biopic „Frida“ ein, jenes grammybekränzten Films, der das Leben von Frida Kahlo und Diego Rivera nachzeichnete. Downs zeichnete auch für den Soundtrack verantwortlich. Auf ihren Alben „La Linea“ (The Border), „Yutu Tata“ und „Una Sangre“ kultiviert Lila Downs einen sozialkritischen und politikkritischen Stil, der ihr Verehrer auf der ganzen Welt einbringt.

Lila Downs’ Scottish-American father was making a documentary film in Mexico when he met her Indio-Mexican mother, who was a singer. They married and Lila Downs was born in 1968. Lila began her career singing mariachi songs and absorbed a great deal of musical knowledge, first in Oaxaca, and later in Los Angeles and Minnesota. In addition to classical voice she also studied anthropology. In the 1990s, she teamed up with boyfriend Paul Cohen and re-launched her singing career by performing songs which combined Mexican, Indio, western and classical musical elements. Her songs took on a political bent from her experience as a translator of death certificates for Mexican migrant workers who died in the United States. Her debut CD was “Sandunga” in 1997 which has been followed by several other albums. She also performed as a singer in “Frida”, the biopic of Mexican artist Frida Kahlo.

   
Kari Bremnes (c: Øyvind Toft)Kari Bremnes (c: Atle Kildahl Torp)

Kari Bremnes

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Die norwegische Sängerin wurde 1956 in Svolvaer auf den Lofoten geboren. 1977 ging sie nach Oslo, um dort Theater- und Literaturwissenschaften sowie Sprachen zu studieren. Zunächst arbeitete sie als Journalistin, u.a. auch beim Radio für das sie eine Sendung über den Schriftsteller Tove Ditlefsen machte. Diese Arbeit führte geradewegs zur Entstehung ihres ersten Albums „My Wild Heart“ (1981).
Kari Bremnes hat immer eine eigene Sicht auf die Dinge und eine Neugier, die viele Erwachsene längst verloren haben, und einen einfühlsamen Blick auf menschliche Stärken und Schwächen, inklusive der eigenen. Der klare Blick rührt vielleicht aus ihrer Kindheit: Kari Bremnes kam auf den Lofoten zur Welt, weit außerhalb des urbanen Norwegens. Mag sein, dass es die Jugend in der Randlage und die landschaftliche Prägung sind, die ihr heute einen distanzierten, oft auch kritischen Blick aus der Vogelperspektive auf die moderne Gesellschaft gibt.
1989 schrieb sie erstmals eigene Texte, und ihr Album "Spor" (1991) enthielt erstmals eigene Kompositionen. Im selben Jahr erhielt Kari Bremnes auch zum ersten Mal die norwegische Grammy-Entsprechung, "Spellemannprisen". Ihre gehaltvollen Alben betören nicht nur musikalisch, sondern auch in klanglicher Hinsicht. Die Sekte der Audiophilen lobt die Produktionen von Bremnes leidenschaftlich. Etwa das Konzeptalbum über die historisch belegten Figur der Anna Rebecka Hostad (oder „Anna Norge“), die sich Ende des 19. Jahrhunderts als Schlafbarackenköchin für die Gleisarbeiter beim Bau der schwedisch-norwegischen Erzbahn verdingte und somit eine der wenigen Frauen in einer fast vollständig geschlossenen Männerwelt war.
Nach einer Phase, in der sie versuchte den internationalen Markt mit englischsprachigen Ausgaben ihrer Alben zu bezirzen, ist Kari Bremnes seit einigen Jahren strikt norwegisch unterwegs. Etwa beim ausgezeichneten „Over En By“, einer Sammlung kleiner Lieder, sparsam instrumentiert, aber umso ausdrucksstärker, weil von tiefer Poesie und bestrickender Melodie. Ihr neues Live Album heißt „Reise“, und es ist auch ein weiter Weg von Norwegen nach Wien, wo sie erstmals auftritt.

Following a career as a journalist, this Norwegian singer released her first album “My Wild Heart” in 1981. Her music is inspired by her childhood in rural Norway and by a curiousity about the strengths and weaknesses of the human spirit. In 1991 her album “Spor” won her a Spellemannprisen, the Norwegian Grammy. Her latest album is called “Travel”.

   
 
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