So manches Leben ist dem Zufall geschuldet.
Nicht aber jenes von Lila Downs. Ihren amerikanischen Vater (mit
schottischen Wurzeln) zog es nach Yucatan, weil es dorthin alljährlich
auch die Blauflügelente zieht. Er wollte einen Dokumentarfilm
darüber drehen. Dann traf er aber in Mexiko-City die Mixteken-Indianerin
Anita Sanchez, eine Sängerin. Die beiden verliebten sich
ineinander, bekamen ein Kind und wurden so zu den Eltern der famosen
Lila Downs. 1968 geboren, begann Lila ihre musikalische Reise
mit Mariachi-Songs. Sie eignet sich ein großes musikalisches
Wissen an. Zunächst in Oaxaca, später in Los Angeles
und Minnesota. Neben klassischem Gesang studierte sie in den USA
auch Anthropologie. Es folgt eine unstete Zeit. Wieder zurück
in Oaxaca werkt sie im Autoersatzteilgeschäft ihrer Mutter,
verkauft Schmuck bei Grateful-Dead-Konzerten, lernt Weben traditioneller
Stoffe und macht nebenher ihre Diplomarbeit.
Endgültig auf die Seite der Musik schlägt sie sich Anfang
der 90-er, als sie Paul Cohen kennen lernt, Jongleur, Clown, Musiker
- auch er ein bunter Vogel. Die beiden, auch privat ein Paar,
entwickeln eine ganz neue Melange aus indigenen indianischen Musikformen,
mexikanischen Volksliedern, Tendenzen westlicher Musik und klassischem
Gesang. Und den liefert sie auch gleich in einem halben Dutzend
Sprachen: Mixtekisch, Maya, Zapotekisch und Nahuatl, neben Englisch
und Spanisch. Ihre Texte werden von einem Schlüsselerlebnis
geprägt: Sie übersetzt für Angehörige die
Totenscheine jener Mexikaner, die ihr Heil in der Flucht über
den großen Zaun nach Amerika suchten und dabei - oder in
der Folge - ums Leben kamen. Das schärft ihren Blick für
Emigrantenprobleme, die sie auch am eigenen Leib zu spüren
bekommt; ihre Lieder sind entsprechend politisch.
Ihr Debütalbum „Sandunga“ spielt sie 1997 ein.
Stimmlich enorm vielseitig, imponiert sie auch mit einem reichhaltigen
Repertoire, dass neben den vielgestaltigen indigenen Musikformen
auch amerikanische Lieder, etwa von Woody Guthrie umfasst. Dieser
Ausdrucksreichtum brachte ihr auch eine Rolle als Sängerin
im Biopic „Frida“ ein, jenes grammybekränzten
Films, der das Leben von Frida Kahlo und Diego Rivera nachzeichnete.
Downs zeichnete auch für den Soundtrack verantwortlich. Auf
ihren Alben „La Linea“ (The Border), „Yutu Tata“
und „Una Sangre“ kultiviert Lila Downs einen sozialkritischen
und politikkritischen Stil, der ihr Verehrer auf der ganzen Welt
einbringt. |
| Lila
Downs’ Scottish-American father was making a documentary
film in Mexico when he met her Indio-Mexican mother, who was a
singer. They married and Lila Downs was born in 1968. Lila began
her career singing mariachi songs and absorbed a great deal of
musical knowledge, first in Oaxaca, and later in Los Angeles and
Minnesota. In addition to classical voice she also studied anthropology.
In the 1990s, she teamed up with boyfriend Paul Cohen and re-launched
her singing career by performing songs which combined Mexican,
Indio, western and classical musical elements. Her songs took
on a political bent from her experience as a translator of death
certificates for Mexican migrant workers who died in the United
States. Her debut CD was “Sandunga” in 1997 which
has been followed by several other albums. She also performed
as a singer in “Frida”, the biopic of Mexican artist
Frida Kahlo.
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