Rap hat seinen Ursprung im Talk-Blues
der Sklavenplantagen und im Call-and-Response des Gospel und des
Jazz (etwa Cab Calloways „Minnie The Moocher“). Als
erste Rap-Aufnahme wird heute „The Preacher & The Bear“
vom Golden Gate Quartet gehandelt. Ein James Brown, ein Gil Scott-Heron,
vor allem aber The Last Poets waren die wichtigsten Protagonisten
eines sozialkritischen und politischen Rap.
Jalal Mansur Nuriddin, Omar Ben Hassan und Abiodun Oyewole intonierten
schon Ende der sechziger Jahre Gedichte, die es auf nachhaltige
gesellschaftliche Veränderung abgesehen hatten. Poetry &
Percussion waren die Waffen, mit denen sie versuchten dem bitteren
Alltag in den Ghettos eine Wendung zu geben. Die drei fanden am
19. Mai 1969, dem Geburtstag des Politaktivisten Malcom X in einem
Park in Harlem zusammen. „The Last Poets“ nannten
sie sich, nach einer Stelle eines Gedichtes des südafrikanischen
Dichters Keorapese Kgositsile, der meinte, dass nun die letzte
Ära der Dichter angebrochen sei, bevor das Gewehr regieren
werde. Kennengelernt hatten einander Wehrdienstverweigerer Jalal,
Omar Bin Hassan und Abiodun Oyewole im Gefängnis, wo sie
zum Islam konvertierten. Nach ihrer Entlassung performten sie
an Straßenecken. Jimi-Hendrix-Produzent Alan Douglas entdeckte
sie in einer TV-Show und produzierte das Plattendebüt der
Last Poets, dass sogar in die Top Ten der Billboard Charts aufstieg,
was für politische Alben ein ziemliches Novum ist.
Mit späteren Alben wie „This Is Madness“, dem
superben „At Last“ und dem erstaunlich modern klingenden
„Oh, My People“ fixierten sie ihren Status als rebellische
Rapper, die beim politisch aufgeklärten Teil des weißen
Amerika zum Teil besser ankamen, als in den afro-amerikanischen
Ghettos. Ihre Fokussierung auf das afrikanische Erbe machte sie
aber zu viel zitierten Vorbildern von Hip-Hop-Größen
wie A Tribe Called Quest, De La Soul und The Jungle Brothers,
die sich ihrerseits als „Native Tongue Movement“ verstanden.
In den neunziger Jahren trennten sich die künstlerischen
Wege von Jalal und Omar Bin Hassan und Abiodun Oyewole. Während
Hassan und Oyewole gemeinsam das Banner der Last Poets in den
Wind der neuen Zeiten halten, verstrickt sich Jalal in eine Vielzahl
an internationaler Projekte. Eine kürzlich erfolgte Zusammenarbeit
der Last Poets mit Common und Kanye West, sowie mit dem Wu-Tang-Clan
machte die Veteranen jüngeren Generationen bekannt.
In Wien werden die Last Poets durch erstklassige Jazzmusiker wie
Drummer Ronald Shannon Jackson und Bassist Jamaaladeen Tacuma
verstärkt.
line up:
Abiodun Oyewole: Vocals
Umar Bin Hassan: Vocals
Babatunde: Percussions, Vocals
Jamaaladeen Tacuma: Bass
Shannon Jackson: Drums
|