Roberta Cleopatra Flack wurde 1937
in Black Mountain, North Carolina geboren, wuchs allerdings in
Arlington, Virginia auf, wo sie ab ihrem 9. Lebensjahr Klavierstunden
nahm. Obwohl stark beeinflusst durch Mahalia Jackson und Sam Cooke
studierte Flack zunächst klassisches Piano und unterrichtete
als erste Afro-Amerikanerin an der "weissen" Schule
Chevy Chase in Maryland. Vielleicht würde sie immer noch
Unterricht geben, hätte ihr nicht ein Zufall die Karriere
geebnet.
Als die junge Pianistin, die seit ihrem 15. Lebensjahr auch mit
ihrer Stimme experimentierte, im Sommer 1968 ein Benefizkonzert
für die Inner City Ghetto Children´s Library gab und
der Besitzer des Jazzlokals Bohemian Caverns, Tony Taylor, seinen
alten Freund Les McCann darauf ansetzte. Der erfahrene McCann
wusste sofort, dass er es mit einem großen Kaliber zu tun
hatte und überredete Roberta Flack zu einem Vorspielen für
Atlantic Records. Dies fand im November 1968 statt und die tüchtige
Interpretin spielte nicht weniger als 42 Songs ein. Richtig ernst
wurde es zehn Monate später, bei den Aufnahmen zu "First
Take" ihrem Debütalbum, dass so großartige Songs
wie "Angelitos Negros" und Donny Hathaways "Tryin´
Times" enthielt. Die Les-McCann-Produktion, in kleiner Besetzung
mit Ron Carter am Baß, Ray Lucas am Schlagzeug und mit John
Pizzarelli an der Gitarre eingespielt, verkaufte sich vorerst
etwas schleppend. Erst als Clint Eastwood die elegische Ballade
"The First Time Ever I Saw Your Face" für den Soundtrack
seines Film "Play Misty For Me" erwählte, tat sich
etwas in den Verkaufsstellen. Das Ewan-McColl-Stück in Flacks
Version enterte die Top Twenty. Es folgten das wunderherrliche
"Chapter 2"-Album und "Quiet Fire", das mit
"Go Up Moses" einen aus der Feder Flacks stammenden
Rare-Groove-Hit und Lieder solch genialer Songwriter wie Carole
King, Jimmy Webb, Eugene McDaniels und Van McCoy enthielt. 1972
nahm sie "Roberta Flack & Donny Hathaway", das erste
von zwei Alben mit ihrem engen Freund, dem Pianisten, Songwriter
und Sänger Donny Hathaway auf. Das berührende Opus enthielt
solche Duett-Preziosen wie "You´ve Lost That Loving
Feeling" und "Where Is The Love", letzteres von
ihrem Perkussionisten Ralph McDonald komponiert.
1973 schlug Robertas große Stunde. Sie nahm ihr Album "Killing
Me Softly With His Song" auf, das zu den großen stillen
Siebziger-Jahre-Alben gehört und ihr im darauf folgenden
Jahr auch den Grammy einbrachte. Neben superben von Granden wie
Eumir Deodato und Don Sebesky arrangierten Coverversionen, etwa
L. Cohens "Suzanne" traf Flack vor allem mit dem Titelsong
den Nerv der Zeit. Die Menschen sehnten sich nach all den politischen
Wirren der späten sechziger- und frühen siebziger Jahre
nach Innerlichkeit und Ordnung der Melodie. "Killing Me Softly
With His Song", diese von vielen so innig geliebte, von manchen
auch vital gehasste Liebeserklärung an die Kraft der Musik,
sollte bis zum heutigen Tage der größte Hit der introvertierten
Sängerin werden. Das durch Lori Lieberman angeregte Lied,
das durch ein Don-McLean-Konzert inspiriert war, wurde durch Norman
Gimbel und Charles Fox in endgültige Fassung gebracht und
durch Robertas Version amtlich gemacht. Erst heuer erschien eine
Ein-Lied-Kompilation mit siebzehn Coverversionen dieses Klassikers.
Nicht darauf: Flacks Version. Sie lehnt Kompilationen ab. In den
nächsten Jahren erfreute sie mit gelungenen Alben wie "Blue
Lights In The Basement" und vor allem mit "Roberta Flack
featuring Donny Hathaway", das den eleganten Disco-Schleicher
"Back Together Again" servierte.
Nach dem überraschenden Tod ihres musikalischen Lieblingspartners,
- er stürzte 1979 aus einem Hotelfenster in New York, - begann
die ausdrucksstarke Künstlerin eine längere Kollaboration
mit dem Sänger Peabo Bryson, die im Hit "Tonight I celebrate
my love" gipfelte. 1980 schrieb Flack den Soundtrack für
den Richard-Pryor-Streifen "Bustin´ Loose". Der
damals noch recht unbekannte Luther Vandross sang Background.
Mit "Qual E Malindrinho" (Why are you so bad) glückte
ein weiterer Meilenstein. Roberta Flack ließ es danach ruhiger
angehen. Zu ihren weiteren künstlerischen Highlights zählen
ihre Zusammenarbeit mit Sadao Watanabe und ihr 1991er Album "Set
the Night to Music", das vom legendären Arif Mardin
produziert wurde. 1995 nahm sie mit "Roberta" erstmals
eine Kollektion mit Jazzstandards auf. Ihr letztes Album datiert
mit 2001 und hieß "Holiday". 1996 nahm das Hiphop-Outfit
The Fugees "Killing Me Softly" auf und schuf so die
Voraussetzung, dass eine neue Generation die sanfte Kunst der
großartigen Roberta Flack für sich entdeckt.
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| Roberta
Flack was an icon of the 1970s, who successfully amalgamated soul,
blues and pop. Her music still resonates today. She has inspired
such current stars as Alicia Keys and the Fugees. The Fugees’
version of Flack’s “Killing Me Softly With His Song”
had many younger listeners seek out the original. Flack’s
early influences include gospel music and training as a classical
pianist. Jazzman Les McCann helped launch her professional career
by producing her first album, “First Take”. In addition
to her solo career, she has also over the years collaborated with
various other artists, including Peabo Bryson, Luther Vandross
and Sadao Watanabe. |